Patenschaft Sierra Leone

Besuch des YDP in Sierra-Leone im März 2006

Ein Reisebericht von Andreas Koch

„Wir haben auf euch gewartet“
das waren die ersten Worte, die Sitta Kamara, in der ersten Arbeitssitzung mit dem Staff, den Mitarbeitern des YDP, an uns (Günter Clausing,Matthias Ebmeyer und Andreas Koch) richtete.
Tatsächlich hatten die Freunde aus dem YDP sehr lange auf uns warten müssen, da wir erst mit neun Stunden Verspätung den Flughafen Lungi in Sierra Leone erreichten.Es dauerte weitere zwei Stunden bis wir endlich mit dem Hubschrauber auf dem Heliport von Freetown landeten, wo wir unsere Freunde begrüssen konnten. Es war schön in so viele vertraute, müde, aber doch lachende und glückliche Gesichter zu sehen. Einige aus dem Begrüssungskomitee kannte ich seit 20 Jahren – damals waren sie Kinder , und das YDP finanzierte ihre Schulausbildung.Dieses Bild der Kontinuität – gestern Kinder und heute Verantwortungsträger im YDP – hat mich sehr berührt und bestärkt in der Arbeit für dieses Projekt. Eines dieser „Kinder“, Santigie Sesay, studiert zur Zeit an der Fourah-Bay Universität in Freetown auf Bauingenieur, und verstärkt danach das Team im YDP. Ein Beispiel wie im YDP die eigenen Resourcen an Führungskräften gezielt geschult und auf ihre Aufgaben vorbereitet werden.
Nach kurzer Ruhephase(an >30°C und hohe Luftfeuchtigkeit muss man sich erst einmal gewöhnen) wurde uns dann sehr schnell klar, dass dieser Besuch kein Badeurlaub werden würde, obwohl der Antlantik mit kilometerlangen Sandstränden keine fünfzehn Fussminuten von unserer Unterkunft entfernt war. So gut wie jeder Tag war nahezu komplett verplant worden mit Besuchen, Beratungen und Besichtigungen. Die Freunde erwarten von uns mehr als „smile“ und „smalltalk“.

„Wir haben auf euch gewartet“, und es wurde „erwartet“. Sechs Jahre nach dem Tod des Gründers des YDP, Sima Kargbo, und Bewältigung der damit verbundenen Phase der Unsicherheit wie auch der Nachwirkungen des Bürgerkrieges stand das YDP an einem Scheidepunkt in vielfacher Hinsicht.
Der Pachtvertrag für das Gelände , auf dem die Projektgebäude vor zwanzig Jahren erbaut worden waren, ist abgelaufen – das YDP wird nur noch geduldet bis ein neuer Standort gefunden ist.War das Projektgelände früher nach allen Seiten offen, so ist es jetzt Teil einer dichtbebauten Stadt mit hohen Grundstückspreisen.
Desweiteren kommen laufend Anfragen aus dem Hinterland von Freetown mit der Bitte um Hilfe beim Aufbau einer „Zweigstelle“ des YDP. Dazu kommt das allgegenwärtige Problem der praktisch nicht vorhandenen öffentlichen Stromversorgung (in unserer Unterkunft hatten wir in den zwei Wochen unseres Aufenthaltes an einem Abend öffentlichen Strom!)und hoher Treibstoffpreise und die damit verbundenen logistischen Probleme. Die Dimension der Probleme, und die Tragweite möglicher Entscheidungen, begannen, als schwere Last ,das Leben im YDP zu lähmen.
„Wir haben auf euch als Moderatoren und Berater gewartet“ gab man uns zu verstehen. Das Argument, wir seien des Landes und der aktuellen Situation - und überhaupt - nicht kundig genug, liess man nicht gelten – ganz im Gegementeil, so könnten wir viel unvoreingenommener die Situation beurteilen und Ratschläge geben.
Um uns einen möglichst umfassenden Überblick über die Finanzen, die möglichen Ausweichstandorte und die allgemeine Situation im Lande zu verschaffen fuhren wir tagelang kreuz und quer durch die „Western Area“, das Um- und Hinterland der Hauptstadt Freetown. Die Anstrengungen, die die Freunde im YDP dafür ertragen mussten, kann man nicht eimal erahnen.
Das Land hatte sich verändert. Das wurde insbesondere mir klar , der ich das Land seit langem besuche. Der tropische Regenwald wird mehr und mehr zur Brennholzgewinnung zerstört – in der bergigen Region mit fatalen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und die Erosion.
Der Bürgerkrieg hat das Hinterland fast vollständig entvölkert, die Nahrungsmittelproduktion ist damit zum Erliegen gekommen. Die Menschen die dort lebten sind entweder tot oder nach Freetown geflüchtet – und wollen dort nicht mehr weg. Die wilden Siedlungen rund um Freetown haben die Einwohnerzahl verdreifacht – das Trinkwasser wird knapp. Bis auf ein wenig Gemüse- und Obstbau entlang der Bachläufe rund um Freetown müssen alle Lebensmittel importiert werden. Reis aus Korea oder den USA , „Granni Smith“ Äpfel aus Neuseeland!
Selbst der Fisch aus dem Atlantik wird langsam knapp , da chinesische und koreanische Fabrikschiffe die fischreichen Gewässer vor Sierra Leone unkontrolliert leerfischen. Für die einheimischen Fischer bleibt da kaum noch etwas übrig. Mehrfach wurden wir Zeugen erfolglosen Fangs nach stundenlanger Knochenarbeit der Strandfischer.
An der Infrastruktur wird gearbeitet. Kommunikation erfolgt per Handy oder zahlreiche Internetcaffes. Alles privatwirtschaftlich organisiert. Im Strassenbau wird kräftig investiert – von ausländischen Geldgebern,insbesondere der EU. Immerhin ein erster Schritt zur Erschliessung der „Western Area“.
Nachdem wir sehr viel gesehen, mit vielen gesprochen und einiges erahnt hatten, gelang es uns schliesslich auch die deutsche Botschafterin in Sierra Leone, Frau Astrid Ilper, zu einem Besuch im YDP zu gewinnen. Sichtlich bewegt nahm sie nach der Führung durch das Projekt und der Vorstellung dessen was das YDP ausmacht, die Geschenke der Mitarbeiter entgegen.
Tief beeindruckt war sie von der umfassenden Ausbildung der Auszubildenden in dreijährigen Kursen ( was unüblich lang ist für Afrika), nicht nur in beruflicher Hinsicht, sondern auch die Ausbildung zu disziplinierten selbstverantwortlichen Menschen die ihre Basis im Glauben an Jesus Christus haben. Fallah Senesie Turay , der Ausbilder der Tischler, brachte das auf den Punkt: „ich kam als niemand und bin jetzt ein wertvoller Mensch, ich glaubte an gar nichts und bin jetzt ein wiedergeborener Christ!“.
Insbesondere die Disziplin,die den Absolventen im YDP vermittelt wird, ist ein attraktives Markenzeichen auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt einer ansonsten zügellosen Gesellschaft Sierra Leones geworden. Fallah machte aber auch klar : „wenn du hier im YDP versagst , dann bist du verloren, dann schaffst du es nirgendwo!“
Einer der Höhepunkte unsres Aufenthaltes war die feierliche Verleihung der Abschlusszertifikate an die erfolgreichen Absolventen. In diesem Jahr wurden 17 Absolventen der Ausbildungsgänge „Maurer“, „Tischler“ sowie „Gara Färbetechnik und Batik“ freigesprochen.Freunde und Verwandte nahmen Teil an einem bunten Rahmenprogramm mit vielen Ehrengästen in der benachbarten Babtistenkirche.(Berührungsängste zwischen den Konfessionen gibt es nicht) Selbst der Sekretär des Jugendministers, der Bürgermeister von Lumley(ein ehemaliger Auzubildender des YDP) und Vertreter befreundeter Institutionen waren anwesend. Nach der mehrstündigen Zeremonie(normal in Sierra Leone), in der auch die Grussbotschaft des Rödinghauser Bürgerneisters E.-W. Vortmeyer verlesen und mit viel Beifall bedacht wurde, und auch wir unsere „Statements“ abgegeben hatten, folgte eine Austellung der Gesellenstücke der Auszubildenden auf dem Projektgelände.In die Freude über das Erreichte mischte sich bei den Jungen und Mädchen auch Wehmut, den sicheren Hafen nun verlassen und auf eigenen Beinen stehen zu müssen.Das YDP ist wie eine Familie für sie gewesen.

In den nächsten „Meetings“ mit den Mitarbeitern sollten dann Nägel mit Köpfen gemacht werden. Zunächst wurden Prioritäten festgelegt. Wichtiges wurde von Unwichtigem getrennt. Wohin soll der Weg des YDP gehen? Wie kommen wir dahin? Was brauchen wir dafür – was belastet uns und hält uns auf oder lenkt ab vom eigentlichen Auftrag? Welche Strukturen sind dafüt nötig – in der Verwaltung , den Finanzen, der Ausbildung? Wollen wir Zweigstellen – welche neuen Herausforderungen kommen da auf uns zu? Wie können wir sie bewältigen? Viele Beratungen und Gebete folgten!

Schliesslich wurden folgende, gemeinsam erarbeitete, Eckpunkte für die weitere Entwicklung des YDP festgelegt:

der Sitz des Projektes wird in die Wilkinson Road verlegt. Das YDP besitzt dort ein Stück Land welches sich gut dafür eignet, zumal es viel mehr Platz bietet als die jetzige sehr beengte Lage.Zwar ist das Land dort sumpfig, aber der Nachbar hat uns gezeigt wie dieses Gelände nutzbar zu machen ist. Mit viel Arbeit , aber an Freiwilligen ist im YDP kein Mangel. Zudem ist das neue Projektzentrum nur zehn Minuten vom alten Platz entfernt, sodass der Charakter als Stadtteilprojekt von Lumley erhalten bleibt, und damit auch das soziale Umfeld.Jede Abteilung des YDP bekommt eine eigene Buchführung, um eine vernünftige Budgetierung zu ermöglichen, die Rentabilität zu kontrollieren und die Transparenz zu erhöhen. Die dafür notige Kompetenz ist vorhanden und wird weiter geschult.Die Öffentlichkeitsarbeit , insbesondere der Kontakt zu möglichen Sponsoren soll intensiviert werden. Sponsoren werden regelmässig über die Aktivitäten im YDP informiert.Motto: Do not allow anybody to forget YDP! ( erlaubt es niemandem YDP zu vergessen!)Sobald eine Finanzierungsquelle gefunden ist wird eine Zweigstelle in Kissy Town errichtet.Kissy Town ist ein Fischer-Dorf ca. 40 Km von Lumley entfernt. In diesem Teil Sierra Leones gibt es keinerlei andere Ausbildung als die zum Fischer. Durch eine neugebaute Strasse wird diese Region jedoch bald einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung erleben.Gebraucht werden dann Maurer, Tischler und andere Handwerker. Zudem kommen aus dem Dorf immer wieder Anfragen nach Ausbildung der Dorfjugend um ihr eine Perspektive zu geben.Der Kauf eines neuen Generators ist zunächst zurückgestellt worden. Der Dieselmotor des Generators ist in Ordnung. Der Stromerzeuger war das Problem. Ein wichtiges Ersatzteil konnte wider Erwarten doch noch aufgetrieben werden, sodass dort kein akuter Handlungsbedarf mehr besteht. Die dafür vorgesehen Mittel werden an anderer Stelle (besonders der Umzug ) nötiger gebraucht.Der Kontakt zu den Partnern in Deutschland, die CVJM's aus Roedinghausen und Ronsdorf, soll intensiviert werden. Angedacht ist eine interaktive Internetseite zu der beide Seiten zugang haben, e-mail Freundschaften und auch neue persönliche Kontakte zwischen Vertretern oder Mitgliedern in Sierra Leone und NRW. Dazu sollen gegenseitige Besuche in engerer zeitlicher Abfolge geplant werden. Zunächst wird Sitta Kamara als Koordinator des YDP im September die deutschen Partner besuchen.
Der Abschluss unsres Aufenthaltes bildete traditionell die „sierra leononian-german-night“ ein Dinner, bei dem alle Beteiligten noch einmal bei sierraleonischer und deutscher Kost lebewohl sagen. Für die deutsche Kost waren wir zuständig. In einem der Supermärkte hatten wir ganz unten in einer Gefriertruhe Bratwürstchen entdeckt, die wir dann auch prompt gekauft und an jenem Abend zünftig über Holzkohle gegrillt, und als Curry-Wurst serviert haben.(Curry-Wurst ist in Sierra Leone in etwa so bekannt wie Sushi in einer Dorfkneipe!)
Am nächsten Tag hiess es dann für diesmal Abschied nehmen. Viele Freundschaften waren geschlossen worden in diesen Tagen. Von Beginn unseres Besuches an waren wir selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft innerhalb des YDP gewesen – Teil der Familie.
Als der Hubschrauber dann mit uns an Bord abhob und die Zeit wie im Zeitraffer am inneren Auge vorbeizieht kam mir die Jahreslosung dieses Jahres in den Sinn. Es scheint als wenn dieses Versprechen unsres Gottes wie eine schützende Hand all die Zeit über, die zwanzig Jahre des YDP's, segnend über dem Projekt und der Partnerschaft geschwebt hatte und noch tut.
Josua 1,5 : Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht!!

Spenden sind willkommen, ebenso Sponsoren für Teilprojekte oder Patnerschaften für Schulen oder Schulklassen. Sprechen sie uns an!



Bankverbindung: CVJM Rödinghausen , Volksbank Herford – Bad-Oeynhausen,
Blz.: 49490070 Kontonr.: 420824700 Stichwort: YDP
( selbstverständlich können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden)

e-mail YDP : ydp87sl@yahoo.com

Für weitergehende Fragen stehen ihnen

Andreas Koch Tel.:05746 - 920232
e-mail : ankoro@t-online.de

und
Günter Clausing Tel.:05746 - 1419
e-mail : fam_clausing@web.de

zur Verfügung!

PS: Stand 10. Mai 2006: Die deutsche Botschaft in Sierra Leone hat die Anschubfinanzierung für Kissy Town übernommen. Fallah ,”der Pastor” ist als Verantwortlicher nach Kissy Town gezogen.
Die Bodenplatte für die Produktionshütte ist gegossen. Zunächst sollen 5 Auszubildende eine Tischlerlehre absolvieren.
Der Umzug an die Wilkinson Road ist im Gange; die ersten Grundmauern sind auch hier gegossen.
“Praise the Lord , Amen!!”


         
Energie für`s YDP – Power for all our Friends

„Mach mal bitte das Licht an !“ Was bei uns mit dem Gang zum Lichtschalter erledigt ist , ist bei unseren Freunden in Sierra Leone nicht ganz so einfach. Zündhölzer suchen, Kerze finden (hoffentlich sind noch welche da), anzünden und dann aufpassen das nicht die ganze Bude Feuer fängt. Zwar sind in den Städten fast alle Häuser elektrifiziert; dumm ist nur, das fast nie „Saft“ auf der Leitung ist. Nur einmal pro Monat hat das YDP zur Zeit für einen Tag Strom aus dem öffentlichen Netz.
Für die Herstellung hochqualitativer Möbel, für die Computerschule, für die abendlichen Treffen und für so vieles mehr noch, wird elektrische Energie zum Betrieb von Maschinen, Glühbirnen und Computern gebraucht.
Bisher konnten sich die Freunde im YDP auf ihren , wenn auch betagten, aber funktionstüchtigen Generator verlassen. Er lieferte den Strom, den der Staat nicht liefern kann. Doch alles hat einmal ein Ende – so auch der Generator! Nichts mehr zu machen, so die eindeutige Aussage des Monteurs , der ansonsten mit Improvisation und afrikanischer Intuition alles zum Laufen bekommt was eigentlich gar nicht laufen kann.
„Big big problem“ so die Worte von Sitta Kamara, dem Geschäftsführer des YDP. Die Reserven des YDP reichen bei Weitem nicht aus, um die Anschaffung eines neuen Stromerzeugers zu finanzieren.
Deshalb auch die Bitte an uns in Rödinghausen bei der Anschaffung eines neuen Generators zu helfen. Mit unserer laufenden Unterstützung sichern wir den Lebensunterhalt für die hauptamtlich Beschäftigten im YDP – für die eigentliche Arbeit erarbeitet sich das YDP die Mittel selbst. Umso schwerer wiegt es wenn ein wichtiger Faktor in diesem Bemühen, elektrische Energie, ausfällt.
Der Erlös der kommenden „Aktion nadelnder Tannebaum“ ist für die laufende Arbeit im YDP bestimmt, und kann nur zum Teil für einen neuen Generator verwendet werden.
Die Grundschule Rödinghausen hat den Erlös aus ihrem am Samstag ,den 10. Dezember, stattfindenden Basar in der Grundschule schon für den neuen Generator zugesagt. Vielen Dank dafür im Voraus!
Bitte helft auch Ihr / helfen auch Sie mit das es bald wieder hell wird in den Werkstätten unserer Schwestern und Brüder im YDP, damit die Arbeit weitergehen kann :
für die Schulkinder, für die ehemaligen Kindersoldaten, für die Jungen und Mädchen die sonst keine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, in einem chaotischen Teil der Welt, haben.

Mehr Informationen bekommt Ihr bei Andreas Koch 05746-920232

Spenden sind äußerst willkommen unter der Kontonummer des CVJM Rödinghausen :
420824700 Blz: 49490070 VoBa Herford – B.-Oeynhausen
Stichwort: YDP- Generator
(Spendenquittungen sind selbstverständlich erhältlich!)


Aus Sierra Leone:

Eine Lebensspanne hat ihr Ende gefunden

So begann die E-Mail die ich am 28.02.2000 aus Sierra-Leone erhielt.
Issa Sesay teilte mit schwerem Herzen den Tod von Sima Kargbo mit. Sima Kargbo ist am 27.02.2000 gegen 7.30 Uhr , im Alter von 39 Jahren, an einem plötzlichen Herzanfall auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben.
Sima Kargbo war Koordinator des uns allen bekannten YDP -Lumley, einem Projekt in Sierra - Leone / Afrika, dem die CVJM's unserer Gemeinde seit mehr als 10 Jahren verbunden sind.
Mit ihm geht ein Mann, der wie kaum ein anderer sein Leben in den Dienst derjenigen gestellt hat, die von der Gesellschaft in Sierra - Leone keine Chance bekamen.
Er war ein Symbol der Hoffnung für viele Jugendliche, Hoffnung auf Menschenwürde, Nächstenliebe, mit unbändigem Willen zur Veränderung des scheinbar Unveränderbaren, Selbstachtung und Demokratie, gegründet auf dem unzerstörbaren Fundament des christlichen Glaubens.
Noch im vergangenen Dezember konnte eine kleine Gruppe von CVJMern Sima Kargbo live erleben, konnte spüren und fühlen, wie sehr dieser Mann seine Überzeugungen gelebt hat, welche Pläne er hatte, was die nächsten Schritte sein sollten. Er hat das YDP durch 12 stürmische Jahre geführt - durch die Gelüste anderer Organisationen, sich das YDP einzuverleiben, durch wirtschaftliche Rezession und Korruption in einem der ärmsten Länder der Erde, durch politischen Druck, Militärputsche und 9 Jahre Bürgerkrieg.
Doch in all den Jahren ist das YDP gewachsen. Aus dem ursprünglichen Ausbildungsprojekt für Schreiner und Zimmerleute ist eine Bewegung gewachsen, die neben dem Ursprung über vielfältige Aktivitäten verfügt:
Finanzierung der Schulausbildung für ca. 30 Jungen und Mädchen, Ausbildung in Näherei und Färberei, Organisation der Kinder- und Jugendarbeit einer nahegelegenen Baptistengemeinde, Ausbildung in fast allen Bauhandwerken inclusive Errichtung von Wohnhäusern, Erwerb eines 2 ha großen Grundstücks als zukünftiges Projektdomizil und zur landwirtschaftlichen Nutzung, gezielte Aus- und Fortbildung ihrer jetzigen und zukünftigen Führungskräfte, sportliche Aktivitäten en masse, vielen freiwilligen Helfern, guten Kontakten zu anderen Organisationen ( UNICEF), und vor allem des Mottos des YDP : Hoffnung !
Im Eingangsbereich des Gemeindehauses in Schwenningdorf hängt rechts über der Treppe in den Keller ein großes gebatiktes Bild - Symbol der Partnerschaft zwischen dem YDP und dem CVJM Rödinghausen. Eine schwarze und eine weiße Hand halten einen Ballen Erde, aus dem eine zarte Pflanze spriest.
Hinweisen soll dieses Bild auf den Wahlspruch des YDP: Hiob 14,7: „Ein Baum hat Hoffnung, wenn er schon abgehauen ist, dass er sich wieder erneue, und seine Schößlinge hören nicht auf."
„It's a hard road to travel and a rough, rough way to go", ein Song von Jimmy Cliff, gehörte zu den Lieblingsliedern von Sima Kargbo. Er wußte von Anfang an, wie schwer der Weg sein würde, den Gott für ihn bereithielt. Er ist ihn ohne Murren und mit ganzem Herzen gegangen.
Dieses Bewußtsein hat er auch seinen Mitstreitern im YDP tief eingeimpft. Die Hoffnung ist groß, dass das YDP auch ohne Sima Kargbo den Weg durch die Wirren der Zeit gehen kann. Er hat mit Gottes Hilfe den Samen gelegt, aus dem Zukunft für viele Menschen erwachsen kann. Beten wir dafür und lassen Sie uns weiterhin diese Arbeit unterstützen.
Sima Kargbo hinterläßt seine Frau Deborah und seinen Sohn, Sima jun. in dem Glauben, der auch ihn stets getragen hat. Nirgends wird das deutlicher als in dem Lied, das er noch im Dezember hier in Rödinghausen gesungen hat:
„Wo wäre ich nur ohne Jesus,
wo würde ich die Ewigkeit verbringen,
verloren in dieser Welt voller Traurigkeit,
ohne Jesus, wo würde ich sein."

(Übersetzt aus dem Englischen) Andreas Koch

 

 

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