100 Jahre Frauenhilfe

100 Jahre Frauenhilfe Bieren-Dono


„Sichtbar – Unverzichtbar“
feiert die Frauenhilfe Bieren - Dono am 3. Juli 2005 ihr 100-jähriges Bestehen.

1899 entstand in Potsdam durch die Initiative der Kaiserin Auguste-Viktoria die Frauenhilfe des Evangelisch-Kirchlichen Hülfsvereins. Ziel dieser Frauenorganisation war es, die in Preußen schon bestehenden Frauenvereine zusammen zu schließen und einen weiteren Teil der evangelischen Frauenwelt zu „Praktischer Liebestätigkeit“ in ihren Gemeinden zu gewinnen.

1906 wurden in Witten/Ruhr der „Provinzialverband der Westfälischen Frauenhülfe“ gegründet, in den sich 75 von 91 schon bestehenden Frauenvereinen zusammen-schlossen (heute Landesverband der Evangelischen Frauenhilfe e.V. mit Sitz in Soest).

Leider sind Aufzeichnungen aus vergangenen Zeiten, unsere Frauenhilfe betreffend, sehr spärlich. Langjährige Mitglieder der Frauenhilfe Bieren erinnerten sich, dass ihre Großmütter und Mütter Mitglieder in der Frauenhilfe waren und schon Beiträge bezahlt hatten. Genannt wurde der Name „Lina Buntemöller“. Sie war die treibende Kraft, dass sich Frauen aus dem Schulbezirk Dono im Klassenzimmer der Donoer Schule trafen um praktische Hilfstätigkeiten zu planen und durchzuführen. Wichtig waren aber auch Andachten mit Gebet und Singen. Die Tätigkeiten des Hülfevereins waren:Strümpfe stricken für Waisen und Arme und Behinderte in Wittekindshof (die Wolle dafür wurde mit Geldspenden bezahlt)

Familienhilfe in kinderreichen Familien nach der Geburt eines Kindes (kochen und Wäsche waschen)

Krankenbesuche und falls nötig auch Nachtwachen am Krankenbett um Familien-angehörige zu entlasten. Nachtwachen wurden immer von 2 Frauen gemeinsam geleistet.Die Frauen aus dem Schulbezirk Bieren trafen sich im Klassenzimmer der Bierener Schule an der Kirche. Die Zusammenkünfte fanden somit getrennt für Dono und Bieren statt und wurden von den Frauen der diensthabenden Lehrer geleitet, Frau Keiser und Frau Vahle in Dono, Frau Gronenberg in Bieren. Das wurde von den heutigen Mitgliedern der Frauenhilfe, in deren Familien Frauenhilfsmitgliedschaft Tradition ist, berichtet.

Ab 1933 konnte die Frauenhilfsarbeit nur eingeschränkt durchgeführt werden. Es war verboten, die Schulräume zu benutzen. Man traf sich abwechselnd in den privaten Wohnzimmern der Mitglieder. Nachdem Lehrer Vahle in Dono versetzt, und Lehrer Gronenberg in Bieren 1936 in den Ruhestand verabschiedet wurde, entfiel die Betreuung der Frauenhilfen durch die Ehefrauen der Lehrer. Schwester Elfriede (Diakonisse) und Frau Beckmann (Ehefrau des damaligen Pastors der Gemeinde) übernahmen die Leitung. Nach Kriegsende wurden 1946 die beiden Frauenhilfsgruppen aus Bieren und Dono zur Frauenhilfe Bieren vereint.

1951 wurde in Bieren der Wunsch nach einem Pfarrhaus mit Konfirmandensaal Wirklichkeit. Ende 1951 konnte Pastor Clausen, der seit 1946 Pastor in Rödinghausen / Bieren war, einziehen. Im Konfirmandensaal fanden die Frauenhilfsstunden statt. Ab dem Zeitpunkt leitete Pastor Clausen im Wechsel mit Schwester Luise Wäscher die Frauenhilfe Bieren. Pastor Clausen war zuständig für aktuelle Themen während Schwester Luise die Bibelstunden hielt. Diese Zeit ist den heute älteren Mitgliedern noch sehr gut in Erinnerung.

Zur Gründungszeit war die alleinige Aufgabe der Frauenhilfe die praktische Nächstenliebe. Die Anforderungen an die Frauenhilfe der Gegenwart sind andere. Für alle hilfebedürftigen Menschen wurden inzwischen soziale Einrichtungen geschaffen. Dazu gehören, um hier nur einige zu nennen, der Landesverband der Evangelischen Frauenhilfe, das Diakonische Werk, der Johanniterorden und Einrichtungen in Bethel. Die Frauenhilfe unterstützt diese Einrichtungen, indem Ausflüge dorthin unternommen werden. Je ein Ganztagsausflug und ein Halbtagsausflug pro Jahr. Zum Beispiel: Frauenwohnheim Wengern, eine Einrichtung mit Werkstatt für Behinderte und landwirtschaftlichem Betrieb

Geistliches Rüstzentrum Krelingen

Wittekindshof in Volmerdingsen und Schloss Uhlenburg in Löhne Menninghüffen

Eckardsheim in Bethel

Ledder - Werkstätten in Tecklenburg

Johanniter Ordenshäuser in Bad Oeynhausen

SOS Kinderdorf in Schwalenberg (Hermann Gmeiner)

Landesverband des Diakonischen Werkes in Münster

Tagungsstätte des Landesverbandes der Evangelischen Frauenhilfe in Soest

Frauenkurheim in Bad Driburg (durch Kauf von Karten zu Muttertag wurden Müttergenesungsheime der Evangelischen Frauenhilfe unterstützt)

Diakonische Einrichtung für Männer in Freistadt (von Frauen unserer Frauenhilfe wurden Strümpfe gestrickt und als Geschenke übergeben)Allen hier genannten und auch weiteren Einrichtungen hat die Frauenhilfe in den vergangenen Jahren durch Kauf von Handarbeiten, Holz- und Korbwaren, Grußkarten, Taschentüchern, Decken und auch durch Geldspenden geholfen.

1952-1953 wurde unter Leitung von Pastor Clausen mit Unterstützung durch Frau Stupperich der „Jüngere Frauenkreis“ gegründet. Ab 1957 wurde er umbenannt in Abendkreis der Frauenhilfe Bieren. So wurde den Frauen mit Kindern die Möglichkeit geboten, in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten neben der Bibelarbeit auch Gespräche über aktuelle Themen zu führen. Interessante Ausflüge wurde angeboten. In guter Erinnerung ist eine 2-tägige Fahrt nach Holland geblieben. Amsterdam mit Grachten-fahrt und Besichtigung des Flughafens Schiphol standen auf dem Programm - In den fünfziger Jahren eine echte Attraktion für die Frauen vom Lande -.

Alle 14 Tage treffen sich, auch heute noch, die Frauen des Nachmittags- und Abend-kreises im Gemeindehaus Bieren „ einem Haus aus lebendigen Steinen“.

1974 wurde Pastor Clausen in den Ruhestand verabschiedet und Pastor Bartmann übernahm die Leitung der Frauenhilfe unter Mithilfe seiner Frau. Ihre Heimat war der Kreis Minden- Lübbecke, so wurde der nächste Ausflug zur Schachtschleuse nach Minden mit Schleusung von ihnen organisiert. Nachdem Pastor Bartmann 1978 unsere Gemeinde verlassen hatte, wurde Frau Irmgard Maschmann 1979 durch Pastor Stumpf und Frau Waltemate (Leiterin der Frauenhilfen für den Kirchenkreis Herford) als Leiterin für beide Kreise eingesetzt. Sie nahm die Fäden in die Hand und war Herrn Pastor Dr. Vattakattussery, der von 1979-1994 Pfarrer in Bieren war, eine große Hilfe. Im Nachmittagskreis hatte auch Frau Vattakattussery ihren Platz an der Seite ihres Mannes. Das Vorlesen war ihre Aufgabe.

Während seiner Dienstzeit hat die Frauenhilfe Bieren die Patenschaft für ein Kind in Indien übernommen. Auch Ausflüge wurden, wie gewohnt, geplant und durchgeführt.

Frau Maschmann knüpfte Kontakte mit Referenten und Referentinnen und lud sie ein, im Nachmittags- und Abendkreis über interessante Themen zu berichten. Eingeladen wurden unter Anderen:Herr Pelz von der Erwachsenenbildung des Kirchenkreises

Frau Irmgard von Bodelschwingh
Bericht über ihre Arbeit „Zukunft Tschernobyl“, Spende für ein Umsiedlungsprojekt in Weißrussland

Frau Ursula Höhner
Bericht über die Frauenarbeit des Gustav-Aldolf-Werkes, Spende für diese Frauenarbeit

Frau Mira von Mach
Bericht über die Arbeit der Frauenberatungsstelle „Nadeschda“, Spende für die Opfer von Menschenhandel

Frau Lianne Holtmann
Bericht über das Frauenleben in Indonesien (im Anschluss an einen Besuch der Karo-Batak-Kirche auf Sumatra)

Pastor Moning
Bericht über Indonesien nach der Flutkatastrophe, Spende für die Flutopfer in Banda-Aceh im Norden Sumatras

Mehrmals eingeladen wurde Herr Lange mit Berichten über die Arbeit des Diakonischen Werkes. Pfarrer i.R. Martin Rüter war ein beliebter Gast. Er verstand es, nicht nur einen Vortrag zu halten, sondern die Frauen zur Mitarbeit anzuregen.

1994 wurde Pfarrer Dr. Vattakattussery in den Ruhestand verabschiedet und Pastor Tebbe wurde Pfarrer in Bieren. Es wurden und werden umfangreiche Bildungsreisen vorbereitet und durchgeführt, um miteinander zu lernen, Informationen zu erhalten und Erfahrungen auszutauschen. Gerne wurden auch Mitglieder anderer Kirchengemeinden eingeladen, an diesen Reisen teilzunehmen. So entstand Gemeinschaft mit Frauen aus benachbarten Frauenhilfsgruppen. Folgende Studienreisen wurden inzwischen durchgeführt und sind in guter Erinnerung geblieben:Spreewald und Berlin bald nach der Wiedervereinigung

Ostschweiz – Nesslau – Kloster Einsiedeln

Norddeutsche Backsteingotik mit Insel Rügen und Mecklenburg-Vorpommern

Herrnhut (Brüdergemeine – Ziehung der Tageslosungen – Herrnhuter Sterne)- Dresden mit Frauenkirche – Elbsandsteingebirge – Meißen

Berlin (Glöckner von Notre Dame)- Nikolaiviertel – Potsdam und anderesJedes Jahr in der Adventszeit feiert die Frauenhilfe Bieren ihre Adventsfeier. Als Ehrengäste gehören die Frauen des Flötenchores der Landfrauen aus Bünde mit dazu. Sie tragen mit ihrem Flötenspiel zur musikalischen Unterhaltung bei. Auch Frau Knüll aus Herford, die bei den Frauenhilfstreffen für die musikalische Begleitung am Klavier sorgt, durfte als Ehrengast nicht fehlen. Im Zusammenhang mit der Adventsfeier sollte eine Spende für die im letzten Jahr erworbenen, geschnitzten Krippenfiguren nicht unerwähnt bleiben. Sie werden zur Adventsfeier aufgestellt und tragen dazu bei, den eigentlichen Sinn der Vorweihnachtszeit nicht zu vergessen.

„Sichtbar – Unverzichtbar“ ist das Motto der Evangelischen Frauenhilfen. Sie übernehmen einen großen Teil der ehrenamtlichen Arbeit. Eine wichtige Aufgabe übernehmen in unserer Gemeinde die Bezirksfrauen. Sie verteilen seit Jahren den Gemeindebrief „Monatsgruß“ und übernehmen die Sommer- und Adventssammlung für das Diakonische Werk. In der letzen Woche vor Weihnachten besuchen sie einsame und kranke Gemeindeglieder mit der Weihnachtsgabe der Evangelischen Frauenhilfe Deutschland und einem Weihnachtsgruß von Pfarrer Tebbe.

Einen Blick über den Tellerrand hinaus bedeuten die Jahrestreffen mit den Frauenhilfen Westkilver und Rödinghausen. Sie werden abwechselnd von den Gruppen ausgerichtet. Zu den Jahresfesten in Bieren wurden in der Vergangenheit eingeladen:Pfarrerin Antje Lütkemeier

Synodalassessorin und Pfarrerin in Spenge Brigitte Janssen Zu den Aufgaben der Frauenhilfe gehört auch die Vorbereitung der Weltgebetstags-gottesdienste. Zusammen mit den Frauenhilfen Westkilver und Rödinghausen wurde bis 1998 der Weltgebetstagsgottesdienst in der Bierener Kirche gefeiert. Dazu wurden Pfarrerin Birgit Reiche aus Soest, Pfarrerin Anja Vollendorf aus Soest sowie Pastorin im Entsendungsdienst Katja Okun-Wilmer aus Bünde eingeladen. Seit 1999 wird der Gottesdienst zum Weltgebetstag abwechselnd in der Bierener und der Dünner Kirche gefeiert. Ein Zeichen guter nachbarschaftlicher Zusammenarbeit, das hoffentlich auch für die Zukunft beibehalten wird.

Diese Zeitreise durch die nunmehr 100-jährige Geschichte der Frauenhilfe Bieren zeigt ganz klar, das neben den gemütlichen Kaffeekränzchen im Gemeindehaus, die Frauenhilfe

„Sichtbar – Unverzichtbar“ ist.

(Gerhard Tebbe)

Frauenhilfe

 

 

Frauenhilfe Rödinghausen: 

mittwochs von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr im Gemeindehaus Schwenningdorf

Infos telefonisch unter:

Heike Holz   05746 1885

Monika Frömelt  05746 1277

Irmlind Heß  05746 9376950

 

Frauenhilfe Bieren:

mittwochs von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr im Gemeindehaus Bieren

Infos telefonisch unter:

Brigitte Kottkamp   05746 609

 

 

 

 

 

 

 

zurück zu     Gruppen